Und was ich vergessen habe … auf der Comeback Tour steht Rods toller orangener Bassverstärker aufgebaut auf der Bühne und er wird während des Konzertes abgebaut xD
Unglaublich wie lange ich auf mein nächstes Konzert warten musste. Endlich ging es mal wieder los – zu den Ärzten nach Göttingen. Allerdings alleine. Deswegen traf ich auch erst um 19 Uhr in der Lokhalle ein. Ich erwartete einen offenen Wellenbrecher wie bei den Beatsteaks vor einem Jahr, allerdings war alles zu und ich brauchte ein weißes Bändchen. Etwas ziellos lief ich durch die Halle bis mir gerade als ich es aufgegeben hatte, tatsächlich jemand sein weißes Bändchen anbot. Glücklich zog ich nach vorne und schleuste gleich noch drei Leute mit ein.
In der ersten Welle traf ich gleich noch bekannte Gesichter und schon ging es los. Ich war ganz überrascht als das Licht ausging. Keinerlei Wartezeit war schon ungewohnt.
Zunächst beobachtete ich das Spektakel von der Seite. Mit Wir sind die Besten und Ich ess Blumen startete der Abend auch gut. Aber wieso hat Rod sein Tamagotchi nicht ausgetauscht? Die Songauswahl war im Allgemeinen aber sehr zufriedenstellend. Mit 2000 Mädchen, Gib mir Zeit, Motherfucker 666, Sweet Sweet Gwendoline, Dein Vampyr, Für Immer, Für uns, Quark usw. waren ein großteil der Lieder für eingefleischte Fans. Gelegenheitskonzertgänger kämen wohl nicht auf ihre Kosten. Der Höhepunkt was unbekannte Songs betrifft war neben Die Instrumente des Orchesters wohl Kamelralley, von Rod gesungen. Netterweise bekamen wir das Lied auch noch ein zweites Mal zur Hälfte zu hören. Auf jeden Fall sehenswert. Auch wenn das Lied ziemlich schlecht ist – oder sogar eher deswegen?
Natürlich waren auch wieder Dauerbrenner wie Hurra, Wie es geht, Unrockbar, Junge und so weiter und so fort mit am Start. Besonders gefreut habe ich mich über Angekumpelt. Hoffentlich spielen sie auch bald Die Hard.
Dass zu spät aus dem Set genommen wurde, war schon irritierend. Ich habe zwar nicht das Lied selbst vermisst, allerdings hatte man keinen Anhaltspunkt mehr, wann das Konzert vorbei ist. Es gab Zugaben… und Zugaben… und Zugaben… und dann war das Licht an und das Publikum sichtlich irritiert. Keiner hat sich vom Fleck bewegt, ich eingeschlossen. War’s das jetzt oder kommt noch was? Sehr merkwürdig. Natürlich war Ende.
Ich selber bin nach kurzer Zeit tanzen gegangen. Das Publikum war nicht so wild drauf, also hatte ich es einfach. Da blieb ich auch fast bis zum Ende. Am besten war eindeutig die Wall of Life bei Junge – alle stehen eng zusammen und rennen auseinander. Allein wegen diesen Spielereien empfehle ich jedem mal bei den Ärzten vorbeizuschauen. Für diese Tour muss man allerdings ein bisschen tiefer in der Diskographie wühlen. Ich freue mich jedenfalls auf die nächsten beiden Konzerte in Bielefeld, dieses Mal mit Alisa – es wird also noch spaßiger!
Das Comeback beginnt
Der Tourauftakt der Comeback Tour der Die Ärzte soll wohl phänomenal gewesen sein. Von uns war leider niemand vor Ort, aber Facebook tut seine Arbeit. Mich wundert es, dass noch keine Diskussion entbrannt ist, denn die Setlist ist sehr überraschend:
*Achtung Spoiler*
Miststück und Angekumpelt hatten Live-Premiere. Endlich ich warte schon lange auf die neuen Rod-Lieder auf den Konzerten. Fehlt noch Die Hard. Ich setze auf Göttingen. Bitte, bitte, bitte!
No Future und Kamelralley wurden mal wieder ausgekramt. Schön, dass sich die Ärzte um die alteingesessenen Fans mit ihren Sonderwünschen denken!
Und: Hits wie Zu Spät und Westerland wurden gekickt. Im Moment find ich das noch gut. Westerland wurde ja schon auf einigen Konzerten der Das Ende ist noch nicht vorbei - Tour nicht gespielt. Es gab eine langsame Entwöhnung. Aber zu spät? Zu Spät als das Laber-Lied schlechthin. Das Lied, das quasi das Ende des Konzertes ankündigt. Und das seit mehreren Jahren. Mal sehen, wie es auf dem Konzert wird. Was meint ihr dazu?
Die komplette Setlist findet ihr hier.
*Laura
Von mir wird es dieses Jahr leider nicht mehr so viele Berichte geben :(
Ich gehe wahrscheinlich nur noch ein mal zu den Ärzten (in Göttingen). Vielleicht entwickelt sich spontan etwas, aber eher nicht. Ich wohne jetzt einfach am Arsch der Welt :D
Alisa dagegen wird ganz oft bei den Donots sein, also bekommt ihr von ihr was zu hören ;)
timprovisation-deactivated20130 asked: Hey, bist du auch aus Ulm? (:
nee, Ulm ist ziemlich weit weg

die besten Worte dieses sehr guten Tages.
Wunderbar :) Ich bastel sein Genesungsgeschenk jetzt trotzdem noch zusammen.
“Wir sind nicht die Beatsteaks.”
Donnerstagmorgen erzählte ich auf dem Weg nach Frankfurt noch, wie sehr ich mich wieder auf den Beatsteaks-Auftritt freue und ging im Kopf schon durch, welche Songs ich wohl wieder live um die Ohren bekomme.
Wenig später erhielt ich Peters Nachricht über Alisa. Thomas hatte einen schweren Unfall und liegt auf der Intensivstation. Erstmal wusste ich nicht, wie ich auf diese Nachricht reagieren sollte. Natürlich wollten wir genaueres über seinen Zustand erfahren. Nach unseren Informationen hatte er einen Autounfall (wobei nicht klar ist, ob er am Steuer saß oder nur Fußgänger war), liegt seit mind. Montag in Krankenhaus (Rock am See schrieb, dass sie seit Montag Ersatz suchen) mit einem Schädelbasisbruch und weiteren Brüchen, ist aber ansprechbar.
Das Wort “ansprechbar” beruhigte mich dann, sodass ich wieder zum Alltag zurückkehrte.
Samstag morgen um halb 7 wurde ich dann von Alisa abgeholt, schließlich war auch der Rest des Lineups gut. Im Gepäck hatten wir Thomas:

Einen vernünftigen Grund für diese Idee gibt es eigentlich nicht. Wir wollten ihm Genesungswünsche schicken und wir wollten, dass er da ist.
Nach 3 1/2 Stunden Fahrt erreichten wir den Bodensee. Schnell fanden wir auch einen kostenlosen Parkplatz, direkt gegenüber vom Campingplatz und der Bushaltestelle.
Der Bus brachte uns durch die Stadt zum Stadion, dem Einlass entgegen. Der Platz war schon gut gefüllt. Allerdings konnte man nach Eintritt das Gelände nicht mehr verlassen, da man in keiner Weise ein Bändchen bekam. Ein Stoffbändchen konnte man nur käuflich erwerben. Ein kurzer Rundgang über den Markt und wir gingen in die erste Welle, wo wir sofort Freunde von uns fanden. Die Welt ist eben klein.
Schon bald begann die erste Band - Itchy Poopzkid. Ich hatte sie zwar schon öfters auf Festivals gesehen, kannte aber trotzdem kein Lied. Für mich sind sie eine “angenehme Vorband”. Unterhaltsam, tanzbar - aber nicht so, dass ich alle Alben von ihnen brauche.

Jupiter Jones dagegen sind dann doch recht langweilig. Manche Lieder gefallen mir zwar, vor allem vom Text her, aber man steht dabei eben nur rum. So ging auch die zweite Band vorbei.
Angels & Airwaves sagten mir nichts, deswegen entschieden wir, etwas zu essen. Das kostete uns auch das ganze Konzert, da die Schlange so lang war. Der Einlass in die erste Welle gestaltete sich schwierig, doch wir kamen doch noch entgegen aller Erwartungen vor Beginn von Kraftklub wieder rein.
Es schien unglaublich, aber ich habe Kraftklub nun tatsächlich mal gehört und gesehen nachdem ich sie als Vorband der Beatsteaks kennengelernt hatte. Hurricane und Open Flair waren soundtechnisch aufgrund der Massen ja leider furchtbar.

Das Konzert hat mir auch sehr gut gefallen. Obwohl ich nicht im Pogokessel dabei war, gingen die Leute mit oder störten sich zumindest nicht daran, dass ich wie doof rumsprang und den Text mitgrölte. Da ich so glücklich darüber war, Felix lauter zu hören, als mich selbst, verzichtete ich auch mal auf meinen Gehörschutz. ;) Sie begrüßten uns mit dem Satz
“Wir sind nicht die Beatsteaks”
und ich antworte ja so gerne, auch wenn es niemand registriert und sagte:
“Das stimmt!”
Die Setlist war typisch. Mit nur einem Album und einer EP lässt sich nicht viel machen. Zwischendurch wurde immer mal wieder Hand In Hand angespielt, aber sie trauten sich leider nicht daran, es komplett zu covern. Für meinen Geschmack war der Auftritt von einer Stunde viel zu kurz.
Auf Kraftklub folgte Flogging Molly und die gingen richtig ab. Auch wenn ich mal wieder nur die Hälfte der Songs kannte, gehören sie zu den Highlights des Tages. Drunken Lullabys, If I Ever Leave This World Alive, Devils Dancefloor - leider fehlte Rebels of The Sacred Heart.
Zu Social Distortion suchten wir uns einen bequemen (Schlaf-)Platz, da wir schon wussten, dass wir nichts mit ihnen anfangen können. Die Zeit verging langsam und unsere Seite der 1. Welle folgte unserem Beispiel und setzte sich hin. Zum Ende hin coverten sie Ring of Fire, was uns dazu bewegte, aufzustehen, was aber viel zu langsam war, um darauf zu tanzen.
Irgendwann ging auch das rum und wir suchten uns einen Platz in der Menge, wo es gleich viel kuscheliger wurde. An dem Tag fiel öfter der Satz: “Ich habe das Gefühl, dass der Sommer nun endgültig vorbei ist. Ich fühl mich wie auf der Wintertour.” kein Wunder, wenn wir uns immer gerne in die trockene Heizungsluft von Alisas Auto flüchteten.
Green Days Show wurde mit einem betrunkenem Hasen eröffnet, der über die Bühne stolperte.
Ich dachte, der Auftritt gestaltet sich so wie bei Blink 182. Vorher fallen mit nur eine Handvoll Lieder ein und dann kenne ich doch irgendwie fast alle. Leider war dem nicht so, das erste bekannte Lied ließ auf sich warten. Stattdessen hörte ich fasziniert das Kreischkonzert der Mädchen in den vorderen Reihen (wenn die Beatsteaks da gewesen wären, hätte ich dabei gestanden) und beobachtete Billys Bühnenshow. Am Anfang fand ich die auch noch sehr amüsant. Ich versuchte ihn irgendwie mit jemandem zu vergleichen. Dabei dachte ich erst an Arnim, dann an Cpt. Jack Sparrow und schließlich Charlie Chaplin. Er torkelte orientierungslos über die Bühne und bekam Applaus dafür, wenn er kurz aufsah. Auch seine nicht enden wollenden Publikumsspielchen erhielten bis zur letzten Sekunde Zuspruch. Mit einem “heeeehoooo” - Chor kann man mich nun jagen. Billy schien anscheinend keine andere Gesangseinlage einzufallen, was mich nach 90 Minuten ziemlich aggressiv machte. Nicht zuletzt, weil sie es deswegen nicht geschafft haben ein einziges Lied durchzuspielen. American Idiot wirkte merkwürdig zerpflückt und bei den Balladen wie Boulevard of Broken Dreams übernahm das Publikum so viele Gesangsparts, dass auch jede andere Band auf der Bühne hätte stehen können.

Das hört sich jetzt negativer an, als es war. Allgemein fand ich es sau cool, diese Band live zu sehen. Sie sind abgegangen und aufgrund der Show fühlte ich mich manchmal wie im Zirkus. Würden sie nochmal auf einem Festival spielen, wäre es auf jeden Fall ein Grund, hinzugehen. 60€ für ein Konzert würde ich allerdings nicht ausgeben.
Nach dem Tag verkrümelten wir uns nach einem kurzen Besuch bei McDonalds schnell in unser provisorisches Bett im Auto.
Bis 9 Uhr schliefen wir unerwartet lange und nach dem kläglichen Versuch ein bisschen Geld durch Pfandsammeln reinzubekommen (dafür waren wir eindeutig zu spät), nutzten wir die Gelegenheit und liefen in die Schweiz.

Dann ging es auf den Heimweg, 500km in den Norden.

